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Projekte im Fach Pädagogische Psychologie

Relevanz nicht erfüllter Erfolgserwartungen und nicht erfüllter Wertzuschreibungen für motivationale Veränderungen und dem Lernverhalten
Prof. Dr. Robert Grassinger & Denise Reisch
Gemäß dem Erwartungs-Wert-Modell der Lern- und Leistungsmotivation prägen Erfolgserwartungen und antizipierte Wertzuschreibungen die Entscheidung für ein Wahlfach in der Sekundarstufe oder einen Studiengang (Eccles & Wigfield, 2002; Wigfield & Eccles, 2000). Es wird angenommen, dass sich diese präaktional gebildeten Erfolgserwartungen und Wertzuschreibungen nicht identisch erfüllen und dies mit einer Veränderung der Lern- und Leistungsmotivation einhergeht und emotionales Erleben beeinflusst (Dresel & Grassinger, 2013; Pekrun, 2006). Erste Hinweise für diese Argumentation finden sich für salient gewordene reduzierte Erfolgserwartungen und Studienwerte an einer Stichprobe von Studienanfängerinnen und -anfängern (Grassinger, 2018). Ziele des Projektes sind die Replikation bisheriger Befunde an einer Stichprobe von Sekundarstufenschülerinnen und -schülern sowie eine Erweiterung der bisherigen Erkenntnisse unter Einbezug übertroffener Erwartungen.
Bis 30.09.2021

Lernen aus Fehlern in Grundschulen
Prof. Dr. Robert Grassinger & Carolin Burmeister
Aus eigenen Fehlern zu lernen wird als sehr wirksam für den Aufbau von Wissen und Kompetenzen angesehen, ist jedoch keine Selbstverständlichkeit. Aus einer selbstregulativen Perspektive werden Prozesse und Determinanten fokussiert, die verstehen lassen, was ein Lernen aus Fehlern begünstigt und unter welchen Bedingungen dies einem Wissens- und Kompetenzerwerb besonders zuträglich ist. Ziel der Forschungsarbeiten ist ein besseres Verständnis affektiv-motivationaler sowie handlungsbezogener Prozesse eines Lernens aus Fehlern.
Bis 31.07.2022

Das Erleben und Meistern von Zielkonflikten
Prof. Dr. Robert Grassinger
Kinder und Jugendliche verfolgen unterschiedliche Ziele, die sich in schulbezogene, freizeitbezogene und begabungsbezogene unterscheiden lassen. Beispielsweise kann es Kindern und Jugendlichen wichtig sein, sowohl in der Schule dazuzulernen, dass Peers ihre Begabungen wahrnehmen und in der Freizeit möglichst häufig Freunde zu treffen. Diese Ziele können konfligieren, was mit ungünstigem Erleben und Verhalten einhergeht (motivationale Interferenz). Im Fokus der Forschungsarbeiten stehen Fragen von Determinanten des Erlebens von Zielkonflikten und der Regulation dieser.

Beratung und Förderung begabter Schülerinnen und Schüler in Grundschulen
Prof. Dr. Robert Grassinger & Sonja Seiderer
Anlässe zur Beratung begabter Schülerinnen und Schüler sind vielfältig. Diese lassen sich in primär präventive (z. B. Diagnosebedürfnis), sekundär präventive (z. B. Underachievement) als auch tertiär präventive (z. B. Entwicklung von Leistungsexzellenz) einteilen. Wenig bekannt ist, welche Beratungstätigkeiten Ratsuchende besonders schätzen und wie effektiv einzelne Beratungsmaßnahmen erlebt werden. Ziel des Forschungsprojektes ist, Tätigkeiten der Hochbegabtenberatung zu evaluieren.
Bis 31.07.2022

Erfassung von Studienschwierigkeiten im Lehramtsstudium
Prof. Dr. Robert Grassinger & Alexandra Lambertz
Auch im Lehramtsstudium sind Studienschwierigkeiten zu beobachten, die mit geringerer Studienzufriedenheit und höherer Intention zu einem Studienabbruch bzw. Studiengangswechsel assoziiert sind. Ziel des Projektes ist, ein Online-Self-Assessment zu entwickeln und zu validieren, das zum einen vor Studienbeginn Orientierung bei der Studiengangswahl gibt und präventiv potenzielle Einflussfaktoren späterer Studienschwierigkeiten identifiziert. Zum anderen soll dieses Tool während des Studiums dabei unterstützen, erlebte Studienschwierigkeiten einzuordnen und so einer Studienberatung zuträglich sein.
Bis 31.07.2021

Evaluation von Maßnahmen zur stärkeren medienpädagogischen und medien(fach)didaktischen Bildung von Lehramtsstudierenden
Prof. Dr. Robert Grassinger & N.N.
Damit Lehrkräfte Kindern und Jugendlichen Medienkompetenzen vermitteln und mithilfe digitaler Medien zur Qualität ihres Unterrichts beitragen können, benötigen sie sowohl medien(fach)didaktische als auch medienpädagogische Kompetenzen. Ziel des Projektes ist, verschiedene Maßnahmen zur Förderung dieser Kompetenzen im Rahmen eines Lehramtsstudiums sowohl formativ als auch summativ zu evaluieren.
01.03.2020 bis 31.12.2023

Entwicklung und Evaluation automatisierten Feedbacks
Prof. Dr. Robert Grassinger & N.N.
Feedback zu Lern- und Leistungsprozessen ist ein zentrales Element zur Steuerung dieser. Im Besonderen digitalen Medien wird das Potenzial zugespropchen, mitunter durch automatisiertes Feedback situiert, zeitnah und individualisiert Lernenden Rückmeldung zu Lern- und Leistungsprozessen zu geben. Ziel des Projektes ist, verschiedene Formen automatisierten Feedbacks zu entwickeln und deren Wirkung zu prüfen.
01.03.2020 bis 31.12.2023

TPACK 4.0 – interdisziplinäre, praxisorientierte und forschungsbasierte Förderung mediendidaktischer Kompetenzen von Lehrkräften
Jun.Prof. Dr. Sarah Lukas (Projektleitung), Prof. Dr. Wolfgang Müller, Prof. Dr. Holger Weitzel

Im Projekt TPACK 4.0 wird eine integrierte und standortübergreifende Medienbildung von Lehrkräften in der ersten Phase der Lehrerbildung etabliert, um Lehrkräfte fit für die didaktisch sinnvolle Nutzung digitaler Medien im fachbezogenen Unterricht zu machen. Ansatzpunkt ist hierbei die Förderung von sog. Technological Pedagogical Content Knowledge (TPACK), welche im Lehramtsstudium bislang eher eine untergeordnete Rolle spielt. TPACK beschreibt Wissen über didaktische Funktionen und Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien zur Erreichung inhaltsspezifischer Lehrziele und Kompetenzen bzgl. der fachspezifischen Gestaltung digitaler Unterrichtsszenarien. Die Pädagogische Hochschule Weingarten und die Tübingen School of Education entwickeln dazu ein fachübergreifendes mediendidaktisches Modul, welches in zentrale Fachdidaktiken der großen Lehramtsfächer der beiden Hochschulen für die Sekundarstufe implementiert wird. Durch eine intelligente Verzahnung von Theorie und Praxis in der Medienbildung werden angehende Lehrkräfte fit für die Nutzung digitaler Medien im Fachunterricht gemacht. Auf didaktischer Ebene wird hierzu die Inverted Classroom Methode genutzt, in der die üblichen Lernaktivitäten (Wissensvermittlung, Praxisphasen) innerhalb und außerhalb von Veranstaltungen umgedreht werden. Die Wissensvermittlung der medienpädagogischen/mediendidaktischen Theorien erfolgt flexibel, ortsunabhängig und selbst-reguliert in computergestützten individuellen Selbststudiumsphasen. Die schrittweise Annäherung an die medienbasierte Unterrichtspraxis erfolgt durch geleitete Praxisphasen in Lehr-Lern-Laboren. Bei erfolgreicher Absolvierung des Moduls können Studierende ein zusätzliches mediendidaktisches Zertifikat erwerben.
Laufzeit: bis November 2022

EVA-SSC: Evaluierung des Sprachsommercamps Ravensburg
Kristina Matschke (Projektleitung), Dr. Kristina Götz & Jun.Prof. Dr. Sarah Lukas
Das Sprachsommercamp Ravensburg (SSC) richtet sich an Kinder aus Grundschulregel- und Vorbereitungsklassen mit Deutsch als Zweitsprache. Student*innen der PH Weingarten fördern die Kinder während des 12-tägigen SSCs im Ausbau ihrer sprachlichen Kompetenzen. Die Förderschwerpunkte liegen in den Bereichen Morphologie und Syntax. Im Rahmen des Projekts EVA-SSC wird die Wirksamkeit dieser Fördermaßnahmen evaluiert. Hierzu wird der Sprachstand der am SSC teilnehmenden Kinder und einer Kontrollgruppe zu drei Zeitpunkten erhoben: vor der Sprachförderung, nach dem SSC sowie als Followup nach einem halben Jahr. Hierzu werden mittels verschiedener Bildimpulse mündliche Erzählungen elizitiert. Die Auswertung der transkribierten Sprachdaten erfolgt profil- und fehleranalytisch unter besonderer Berücksichtigung morphologischer und syntaktischer Aspekte.
Bis 30.09.2020